Unternehmen durch neue Betrugsmasche um mehrere tausend Euro gebracht

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1Unternehmen durch neue Betrugsmasche um mehrere tausend Euro gebracht

Polizeiinspektion Leer/Emden – Eine bundesweit auftretende Betrugsmasche ist in Ostfriesland angekommen und hat kürzlich ein Unternehmen aus dem Landkreis Leer um knapp 20.000 Euro gebracht.

Beim sogenannten „CEO-Fraud“ geben sich die Täter nach Sammlung jeglicher Art von Information über das anzugreifende Unternehmen zum Beispiel als Geschäftsführer (Chief Executive Officer = CEO) oder Handelspartner aus und veranlassen einen Unternehmensmitarbeiter zum Transfer eines größeren Geldbetrages ins Ausland.

Hierfür recherchieren sie zuvor auf Homepages, in Werbebroschüren, Wirtschaftsberichten oder dem Handelsregister nach Informationen über das Unternehmen und legen besonderen Augenmerk auf Angaben zu Geschäftspartnern und künftigen Investments. Auch soziale Netzwerke, in denen Mitarbeiter ihre Funktion und Tätigkeit oder persönliche Details preisgeben, stellen wichtige Informationsquellen dar. Auf diese Weise verschaffen sich die Täter das für den Betrug notwendige Insiderwissen über das betreffende Unternehmen.

Die Kontaktaufnahme erfolgt über Telefon oder per E-Mail, wobei die Mailadressen und Telefonnummern verfälscht oder verschleiert werden. Die Täter fordern zum Beispiel unter Hinweis auf eine angebliche Unternehmensübernahme oder geänderte Kontoverbindungen die Überweisung eines größeren Geldbetrages auf Konten in China oder osteuropäischen Staaten.

Durch diese Masche konnten Kriminelle bundesweit in den letzten Monaten bereits mehrere Millionen Euro mit zum Teil gravierenden Folgen für das betroffene Unternehmen und die getäuschten Mitarbeiter erbeuten. In einer Vielzahl von Fällen waren die Täter jedoch nicht erfolgreich, weil die kontaktierten Mitarbeiter aufmerksam waren und sich von den professionell vorgehenden Tätern nicht täuschen ließen.

Hinsichtlich des Falls in der Polizeiinspektion Leer/Emden laufen die Ermittlungen nach den bislang unbekannten Tätern.

Die Polizei rät Unternehmen und ihren Verantwortlichen:

  • Kontrollieren Sie die Informationen, die über Ihr Unternehmen öffentlich verbreitet werden. Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter auf die im Zusammenhang mit Ihrem Unternehmen wahrnehmbaren Informationen. Besprechen Sie auch, welche Informationen am Telefon weitergegeben werden und welche nicht.
  • Verifizieren Sie Zahlungsaufforderungen beim Auftraggeber. Nutzen Sie dazu einen zweiten Kommunikationskanal.
  • Überprüfen Sie die Absender-E-Mail-Adresse. Nutzen Sie für Antworten nicht die Antwortfunktion sondern geben Sie die Adresse von Hand ein.
  • Wenn es zum Vorfall kommt: Durch schnelle Hinzuziehung der Bank und der Polizei kann versucht werden, die Überweisungen anzuhalten.

Eine detailliertere Beschreibung des Phänomens sowie umfassende Präventionstips erhalten Sie auch unter www.bka.de