Kommunen im Kampf gegen den Plastikmüll – Region führt Mehrweg-to-go ein

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Bildunterschrift (v.l.): Heiko Schmelzle, Bürgermeister der Stadt Norden, Anna Gerritzen, Koordinatorin für Nachhaltigkeit und Gesellschaftliche Verantwortung an der Hochschule Emden/Leer, Jann Gerdes, Klimaschutzmanager der Stadt Emden, Vanessa Zarembowicz, Kaffeerösterei Baum Leer, Hochschulpräsident Prof. Dr. Gerhard Kreutz, Karsten Everth, Klimaschutzmanager der Stadt Leer, Beatrix Kuhl, Bürgermeisterin der Stadt Leer, Hardwig Kuiper, Erster Stadtrat der Stadt Aurich und Bernd Bornemann, Oberbürgermeister der Stadt Emden.

 

Emden – Praktisch ist er schon, der Coffee-to-go Becher für unterwegs. Doch der  Müllberg, der durch den Genuss entsteht, ist enorm: Jährlich kommen in Deutschland rund drei Milliarden Einwegbecher auf den Markt und müssen entsorgt werden. Dem möchten die Städte Emden, Leer, Aurich und Norden, die Hochschule Emden/Leer und die Kaffeerösterei Baum jetzt gemeinsam entgegenwirken: Sie wollen Betriebe aus ganz Ostfriesland dazu aufrufen, auf ein Kaffeebecher-Pfandsystem umzusteigen.

Ob an Land oder in den Meeren: Plastikmüll stellt ein immenses Problem für die Umwelt dar. Europaweit fallen jährlich rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Die EU hat das Thema aktuell ebenfalls auf der Agenda und erwägt ein Verbot von Plastikgeschirr sowie eine Plastikmüllsteuer. Und auch für die Region Ostfriesland soll nun ein neuer Schritt getan werden, wie die Initiatoren am Dienstag während eines Pressegesprächs erklärten. Sie haben eine einmalige Allianz in und für Ostfriesland gebildet, die in kürzester Zeit ein nachhaltig wirkendes Ressourcen- und Klimaschutzprojekt auf den Weg gebracht hat.

Geplant ist, einen Mehrwegbecher zu gestalten, auf dem typische Wahrzeichen der beteiligten Partner abgebildet sind, etwa die Waage in Leer, das Emder Hafentor oder die Mensa der Hochschule. Er ist gegen ein Pfandgeld von einem Euro erhältlich und  kann in allen Betrieben, die beim Pfandsystem mitmachen, nach Gebrauch wieder abgegeben werden. Eine Abstimmung unter interessierten Firmen hatte ergeben, dass das System des Anbieters Recup favorisiert wird. Der Becher kann rund 500 Mal benutzt werden, bevor er entsorgt werden muss.

Einige Akteure haben bereits signalisiert, sich an dem System beteiligen zu wollen: das Studentenwerk Oldenburg (Betreiber der Hochschulmensa in Emden), das Volkswagen Werk Emden, die Kaffeerösterei Baum, das Klinikum Leer, die Bäckereien Sikken und Buchholz, die Kaffeerösterei Hafen 5 in Aurich sowie die AG Ems und das Café Einstein in Emden. „Je mehr Partner mitmachen, desto besser“, so Anna Gerritzen, Koordinatorin für Nachhaltigkeit und Gesellschaftliche Verantwortung an der Hochschule Emden/Leer.

Damit sich das System erfolgreich etabliert, bedarf es weiterer engagierter Akteure. Interessierte Firmen, Schulen und andere Institutionen, die sich am Pfandsystem beteiligen möchten, können sich an Anna Gerritzen (anna.gerritzen@hs-emden-leer.de, Telefon 04921/8071052), Karsten Everth (karsten.everth@leer.de, Telefon 0491/9782181), Jann Gerdes (jann.gerdes@emden.de, Telefon 04921/871505) oder Peter Kant (peter.kant@norden.de; Telefon 04931/923315) wenden.


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Statements 

Prof. Dr. Gerhard Kreutz, Präsident der Hochschule Emden/Leer:

„Die Hochschule Emden/Leer beschäftigt sich bereits seit Längerem mit dem Thema Plastikmüll und dessen Folgen, so wird beispielsweise intensiv zu bioabbaubaren Polymeren und den Strömungsbewegung von Mikroplastik im Meer geforscht. Darüber hinaus haben wir uns in unserem Leitbild und als Fairtrade-Hochschule dem Thema Nachhaltigkeit stark verpflichtet, in Forschung und Lehre, aber nicht zuletzt auch im Transfer in die Region.“

Bernd Bornemann, Oberbürgermeister der Stadt Emden:

„Die Einführung eines Kaffeebecher-Pfandsystems ist genau im Sinne unserer Bemühungen, die Vermüllung der Landschaft mit Plastikbechern und letztlich mit Mikroplastikmüll in den Weltmeeren zu verringern. Unabhängig davon, geht es im Ansatz auch um die Vermeidung von Plastikmüll am Anfang des Produktionsprozesse und damit um die Einsparung von CO2e, was zum Masterplan der Stadt Emden gehört: bis zum Jahre 2050 95% CO2e einzusparen.“

Beatrix Kuhl, Bürgermeisterin der Stadt Leer:

„Die Stadt Leer als das ,Tor Ostfrieslands‘ und wichtige Einkaufsstadt in der Region war von der ersten Idee für ein Mehrwegbechersystem mit viel Engagement im Organisationsteam dabei. Als Kreis- und Ankerstadt im Nordwesten mit entsprechend hohem Pendler- und Besucheranteil ist uns ein sauberes und nachhaltig grünes Stadtbild wichtig.“

Heiko Schmelzle, Bürgermeister der Stadt Norden:

„Die Stadt Norden begrüßt die Einführung eines Kaffeebecher-Pfandsystems für Ostfriesland, da auf intelligente Weise Ressourcen geschont und Müll vermieden werden kann. Das ist für die Stadt Norden als Tourismusdestination mit jährlich rund 1,8 Millionen Übernachtungen ein zwar kleiner, aber wichtiger Schritt zu „mehr Nachhaltigkeit“.

Hardwig Kuiper, Erster Stadtrat der Stadt Aurich:

„Die Stadt Aurich steht für Nachhaltigkeit und fördert Ideen und Wissen zu Themen der Nachhaltigkeit. Daher unterstützt sie dieses ostfrieslandweite Projekt und ruft die Auricher auf, Mehrweg- statt Einweg zu nutzen.“


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